
Zeekr 9X: Luxus-SUV mit Plug-in-Hybrid und 660 kW
Der Zeekr 9X soll als sechssitziges Plug-in-Hybrid-SUV in Europas Luxusklasse antreten. Lothar Schupet erklärt Zielgruppen, Vertriebsstrategie und den Anspruch der Marke.
Kompori Redaktion
Der Zeekr 9X soll als sechssitziges Plug-in-Hybrid-SUV in Europas Luxusklasse antreten. Das 5,24 Meter lange Flaggschiff kombiniert laut Quelle 660 kW Leistung, eine 900-Volt-Architektur und bis zu 179 Kilometer elektrische Reichweite. Im Interview erläutert Zeekr-Europa-Chef Lothar Schupet, welche Kunden das Modell ansprechen soll und wie die Marke in Europa Vertrauen aufbauen will.
Zeekr 9X zielt auf die europäische Luxusklasse
Mit dem 9X positioniert Zeekr ein besonders großes SUV oberhalb der bisherigen Modellpalette. Das Fahrzeug ist sechssitzig und verbindet einen Plug-in-Hybridantrieb mit hoher Systemleistung. Die elektrische Reichweite beträgt bis zu 179 Kilometer. Damit kann der 9X im Alltag kürzere Strecken elektrisch zurücklegen, während der Verbrennungsmotor bei längeren Fahrten zusätzliche Flexibilität ermöglicht. Welche Batteriekapazität, Ladeleistung oder Ladezeit der 9X besitzt, nennt die Quelle nicht.
Zeekr sieht das Fahrzeug im Wettbewerbsumfeld etablierter Luxusmodelle. Als Vergleichsgrößen werden Range Rover, Mercedes-Maybach und Bentley genannt. Der Anspruch richtet sich damit nicht ausschließlich an Käufer klassischer Oberklasse-SUVs von Audi, BMW oder Mercedes. Das Fahrzeug soll auch Kunden erreichen, die bereits besonders teure und leistungsstarke Fahrzeuge besitzen.
„Der 9X ist eine Präsenz“, sagt Lothar Schupet, Zeekr-Europa-Chef. Gemeint ist der auffällige Auftritt des SUV. Die Gestaltung soll Aufmerksamkeit erzeugen und richtet sich nach Schupets Einschätzung an Kunden, die ihr Fahrzeug bewusst als Ausdruck ihres persönlichen Stils einsetzen. Der Zeekr 9X ist damit nicht als zurückhaltendes Transportmittel positioniert, sondern als sichtbares Luxusprodukt.
| Merkmal | Angabe | |---|---:| | Fahrzeug | Zeekr 9X | | Fahrzeugtyp | SUV | | Sitzplätze | 6 | | Länge | 5,24 Meter | | Antrieb | Plug-in-Hybrid | | Leistung | 660 kW | | Architektur | 900 Volt | | Elektrische Reichweite | bis zu 179 Kilometer |
Zwei Zielgruppen für das große SUV
Laut Schupet richtet sich der Zeekr 9X an zwei unterschiedliche Käufergruppen. Zur ersten Gruppe gehören Kunden, die bereits Fahrzeuge der höchsten Luxus- und Leistungsklasse fahren. Als Beispiel nennt Schupet einen Kunden aus Zürich mit einem Maybach, einer G-Klasse und einem McLaren. Dieser Kunde habe den 9X bestellt, weil er das neueste Produkt und die modernste Technik besitzen wolle.
Für diese Käufer steht der Markenname nach Aussage des Zeekr-Managers nicht mehr allein im Mittelpunkt. Entscheidend sei vielmehr, das aktuellste oder technisch fortschrittlichste Fahrzeug zu fahren. Der auffällige Auftritt kann dabei Teil des Nutzungserlebnisses sein. Ein Fahrer kann mit dem Fahrzeug Aufmerksamkeit erzeugen und anderen erklären, welche Eigenschaften der 9X bietet.
Die zweite Zielgruppe ist preissensibler. Sie kann den großen SUV als Erst- oder Zweitwagen in Betracht ziehen und vergleicht besonders genau, welche Ausstattung und Leistung sie für ihr Geld erhält. Zeekr will hier mit einem aus Sicht des Unternehmens günstigen Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugen. Ein konkreter Preis für den 9X wird in der Quelle jedoch nicht genannt. Deshalb lässt sich nicht beurteilen, wie groß der Abstand zu den genannten Wettbewerbern tatsächlich ausfällt.
Für private Käufer ist neben Technik und Ausstattung auch die Frage relevant, wie die Marke langfristig wahrgenommen wird. Schupet beschreibt den Aufbau von Vertrauen als zentrale Aufgabe der vergangenen zwei bis drei Jahre. Kunden müssten davon überzeugt sein, dass Zeekr eine Premiummarke sei und das Produktversprechen dauerhaft einlösen könne.
Garantie und Partner sollen Vertrauen schaffen
Zeekr verweist auf eine Garantie von zehn Jahren oder 200.000 Kilometern Laufleistung. Das Versprechen soll nach Angaben Schupets zeigen, wie überzeugt das Unternehmen von seinen Produkten ist. Zugleich soll es die Sorge verringern, ein Fahrzeug einer noch jungen Marke zu kaufen.
Für Gewerbekunden und Flottenverantwortliche ist eine solche Zusage besonders relevant, weil die Gesamtkosten eines Fahrzeugs nicht allein vom Anschaffungspreis abhängen. Garantiebedingungen können Einfluss auf das Risiko ungeplanter Kosten und auf die Kalkulation der Nutzungsdauer haben. Die Quelle nennt allerdings keine weiteren Details zu Umfang, Ausschlüssen oder Übertragbarkeit der Garantie.
Auch der erwartete Restwert wird im Interview angesprochen. Schupet erklärt, Kunden müssten sich darum weniger Sorgen machen, weil die Fahrzeuge auf eine lange Nutzungsdauer ausgelegt seien. Konkrete Restwertprognosen oder Leasingraten enthält die Quelle nicht. Für eine belastbare Fuhrparkentscheidung müssten diese Daten daher gesondert geprüft werden.
Volvo, eine Konzernschwester innerhalb der Geely-Gruppe, habe beim Vertrauensaufbau nach Schupets Darstellung nur eine geringe Rolle gespielt. Zeekr habe sich weitgehend unabhängig entwickelt. Die Verbindung zu Geely kommuniziere das Unternehmen dennoch, um zu verdeutlichen, dass es nicht als kleines Start-up ohne industrielle Grundlage begonnen habe.
Wichtiger seien verlässliche Partner in den Bereichen Finanzdienstleistungen, Handel und Logistik gewesen. Für Kunden bedeutet das: Die Wahrnehmung einer neuen Automarke hängt nicht allein von den technischen Daten ab. Finanzierung, Auslieferung, Wartung und Betreuung gehören ebenfalls zum Markenerlebnis.
Deutschland startete mit einem B2B-Schwerpunkt
In Deutschland konzentrierte sich Zeekr zunächst auf Geschäftskunden. Nach Angaben Schupets gab es Rahmenverträge mit großen DAX-Unternehmen und eine hohe Nachfrage von Dienstwagenfahrern. Diese Kundengruppe kauft oder least das Fahrzeug jedoch häufig nicht selbst. Die Entscheidung läuft typischerweise über Fuhrparkverantwortliche oder Leasinggesellschaften.
Zeekr wollte deshalb ein Kundenerlebnis schaffen, das für B2B-Kunden mindestens ebenso gut funktioniert wie bei etablierten Herstellern. Dafür richtete das Unternehmen zunächst zehn Probefahrtstandorte bei Servicebetrieben ein. Dieses Vorgehen sollte Dienstwagenfahrern den Zugang zu den Fahrzeugen ermöglichen und gleichzeitig den Aufbau eines Servicenetzes unterstützen.
Inzwischen verfügt Zeekr in Deutschland laut Interview über rund 100 Servicebetriebe. Für Flottenkunden ist diese Infrastruktur ein wichtiger Prüfpunkt. Ein Elektrofahrzeug oder Plug-in-Hybrid kann im Fuhrpark nur zuverlässig eingesetzt werden, wenn Wartung, Reparatur und Betreuung regional erreichbar sind. Die genannte Zahl beschreibt jedoch nicht automatisch ein vollständiges Verkaufs- oder Werkstattangebot an jedem Standort.
Händlernetz ergänzt den Direktvertrieb
Nach einer ersten Phase mit Schwerpunkt auf Geschäftskunden öffnet Zeekr den Vertrieb stärker für Privatkunden. In Deutschland wurden erste Händlerstandorte eröffnet. Das Netz soll schrittweise wachsen. Private Interessenten sollen dort Fahrzeuge ansehen, sich beraten lassen und eine Probefahrt vereinbaren können.
Zeekr gibt den bisherigen Direktvertrieb dabei nicht vollständig auf. Das Unternehmen kombiniert ihn mit stationären Partnern. Diese Struktur soll zwei Anforderungen zusammenführen: Flottenkunden benötigen effiziente Prozesse und verlässliche Betreuung, während Privatkunden häufig einen physischen Kontaktpunkt für Beratung und Probefahrt erwarten.
Für den Zeekr 9X ist diese Entwicklung besonders relevant. Ein 5,24 Meter langes Luxus-SUV lässt sich zwar digital konfigurieren, viele Kaufinteressenten werden jedoch die Größe, Sitzanordnung, Materialqualität und Bedienung vor Ort beurteilen wollen. Ob das Händlernetz zum Marktstart des 9X bereits flächendeckend verfügbar sein wird, geht aus der Quelle nicht hervor.
Zeekr will als Premiummarke wahrgenommen werden
Schupet kritisiert die verbreitete Einordnung von Zeekr als „noch eine chinesische Marke“. Nach seiner Darstellung verfolgt Zeekr eine eigenständige Positionierung als Premiummarke. Das Unternehmen grenzt sich dabei auch von Volvo ab, obwohl beide Marken zur Geely-Gruppe gehören.
Volvo sei psychografisch eher konservativ positioniert, während Zeekr extrovertiertere Kunden ansprechen wolle. Als Unterschiede nennt Schupet ein sportlicheres Design und eine andere Ausrichtung. Zeekr begrenze seine Fahrzeuge beispielsweise nicht grundsätzlich bei 180 km/h. Konkrete Höchstgeschwindigkeiten des 9X werden im Interview allerdings nicht genannt.
Die Marke argumentiert außerdem mit Materialqualität, Verarbeitung und Finish. Nach Schupets Einschätzung liege Zeekr in diesen Punkten inzwischen häufig über etablierten Premiumherstellern. Diese Aussage ist als Einschätzung des Zeekr-Europa-Chefs einzuordnen und wird in der Quelle nicht durch unabhängige Messungen oder Vergleichstests belegt.
Für Käufer bedeutet die Positionierung, dass mehrere Ebenen getrennt betrachtet werden sollten: technische Daten, Ausstattung, Service, Garantie und Markenvertrauen. Der 9X bietet laut Quelle eine umfangreiche Serienausstattung; einzelne Funktionen, die bei anderen Herstellern aufpreispflichtig seien, gehören bei Zeekr zum Serienumfang. Welche Ausstattungsmerkmale das konkret betrifft, wird nicht genannt.
Erfahrungen aus Schweden und den Niederlanden
Zeekr startete zunächst in Schweden und den Niederlanden. Nach Angaben des Unternehmens wurde der 7X dort vor etwa zweieinhalb Jahren eingeführt und ist seit rund eineinhalb Jahren auf dem Markt. Im Jahr 2025 habe Zeekr mit dem 7X im jeweiligen Segment Audi und Mercedes überholt; BMW habe weiterhin vor der Marke gelegen.
Schupet verweist außerdem auf den 7GT. Das Modell sei erst seit drei Monaten auf dem Markt und verkaufe sich inzwischen besser als der 7X, obwohl das Segment kleiner sei. Die genannten Ergebnisse beziehen sich auf die von Zeekr beschriebenen Märkte und Zeiträume. Die Quelle nennt keine absoluten Verkaufszahlen oder genaue Zulassungsdaten.
Deutschland bewertet Zeekr als größeren und anspruchsvolleren Markt. Für weiteres Wachstum seien ein dichtes Händlernetz und eine stärkere Marktdurchdringung erforderlich. Das Unternehmen strebt nach eigenen Angaben in allen Märkten schrittweise einen Podiumsplatz im jeweiligen Segment an.
Für den 9X lässt sich daraus vor allem ableiten, dass Zeekr nicht nur ein einzelnes Luxusmodell einführen will. Der 9X soll die Markenposition nach oben erweitern, während Servicebetriebe, Händlerstandorte und Erfahrungen mit bestehenden Modellen die Grundlage für das Vertrauen schaffen sollen. Offen bleiben der konkrete Preis, der genaue Marktstart, die Ladeparameter und die vollständige Serienausstattung. Diese Angaben sind für eine Kauf- oder Flottenentscheidung noch erforderlich.

Quelle: Auto-Medienportal, Interview mit Lothar Schupet, https://www.auto-medienportal.net/artikel/detail/71103 Auto-Medienportal

Zeekr 9X.
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