
VW ID Polo: Elektro-Kleinwagen startet mit 211 PS
Volkswagen bringt den ID Polo zunächst mit 155 kW, 52-kWh-Batterie und 455 Kilometern Reichweite. Der Elektro-Kleinwagen startet ab 33.795 Euro, die Basisversion folgt im Sommer.
Kompori Redaktion
Volkswagen hat den ID Polo als neuen Elektro-Kleinwagen vorgestellt. Das fünftürige Modell ist 4,05 Meter lang und soll die Alltagstauglichkeit des seit Jahrzehnten bekannten Polo in das Elektrozeitalter übertragen. Zum Verkaufsstart kostet der ID Polo Life mit 155 kW (211 PS) und 52-kWh-Batterie ab 33.795 Euro. Die günstigere Einstiegsversion ab 24.995 Euro sowie weitere Varianten sollen im Sommer folgen.
Kompakte Abmessungen, mehr Platz im Kofferraum
Der ID Polo ist das erste Serienmodell von Volkswagen auf Basis der neuen MEB+-Architektur. Anders als die größeren ID-Modelle verfügt er über Frontantrieb. Nach Angaben von Volkswagen soll diese Konstruktion Vorteile beim Bauraum, beim Gewicht und bei der Effizienz bieten. Der Elektroantrieb schafft zusammen mit dem Radstand von 2,60 Metern viel Platz für Fahrer und Passagiere in beiden Sitzreihen.
Die Karosserie misst 4,05 Meter in der Länge, 1,82 Meter in der Breite und 1,53 Meter in der Höhe. Damit bleibt der ID Polo für den Stadtverkehr und enge Parkhäuser kompakt. Gleichzeitig wächst das Gepäckraumvolumen gegenüber dem bisherigen Polo mit Verbrennungsmotor um rund 25 Prozent auf 441 Liter. Bei umgelegter Rückbank stehen bis zu 1243 Liter zur Verfügung.
Praktisch ist ein zusätzlicher Ladeboden unter der Kofferraumabdeckung. Seine Tiefe reicht laut Quelle sogar für eine Kiste Wasser. Für Pendler, kleine Familien und Zweitwagenkäufer ist das relevant, weil der ID Polo dadurch nicht ausschließlich als Stadtauto eingesetzt werden muss. Das Ladevolumen unterstützt auch regelmäßige Einkäufe oder den Transport von Alltagsgepäck.
Drei Motoren und zwei Batteriegrößen
Zum Marktstart plant Volkswagen drei Leistungsstufen: 85 kW (116 PS), 99 kW (135 PS) und 155 kW (211 PS). Später soll ein GTI mit 166 kW (226 PS) hinzukommen. Die Motorleistung allein beschreibt allerdings noch nicht die Alltagstauglichkeit eines Elektroautos. Für die Einsatzplanung von Flotten und Gewerbekunden sind ebenso Batteriekapazität, Ladezeit und Reichweite entscheidend.
Dafür stehen zwei Batterievarianten bereit. Die günstigeren Versionen erhalten eine 37-kWh-LFP-Batterie. LFP steht für Lithium-Eisenphosphat und bezeichnet eine Zellchemie, die im Allgemeinen auf hohe Zyklenfestigkeit ausgelegt ist. Die stärkeren Ausführungen nutzen eine 52-kWh-NMC-Batterie. NMC steht für Nickel-Mangan-Kobalt. Zur Reichweite der 37-kWh-Variante nennt die Quelle keine Angabe. Mit dem 52-kWh-Akku prognostiziert Volkswagen bis zu 455 Kilometer.
| Merkmal | Angabe | |---|---| | Länge, Breite, Höhe | 4,05 m, 1,82 m, 1,53 m | | Radstand | 2,60 m | | Kofferraum | 441 Liter | | Kofferraum bei umgelegter Rückbank | bis zu 1243 Liter | | Leistung | 85 kW, 99 kW oder 155 kW | | Batterie | 37 kWh LFP oder 52 kWh NMC | | Maximale Reichweite | bis zu 455 km mit 52 kWh |
Schnellladen mit bis zu 105 kW
Die Varianten mit 37-kWh-Batterie können laut Quelle mit bis zu 90 kW Gleichstrom laden. Für die 52-kWh-Versionen beträgt die maximale DC-Ladeleistung bis zu 105 kW. Beim Schnellladen von 10 auf 80 Prozent nennt Volkswagen rund 27 Minuten für die kleinere Batterie und rund 24 Minuten für den größeren Akku.
Die Ladeleistung beschreibt dabei den maximal möglichen Wert, nicht zwingend die dauerhaft anliegende Leistung. Im Alltag hängt die tatsächliche Ladezeit unter anderem von der Auslastung und der Ladekurve der Säule ab. Für Käufer bedeutet das: Die angegebenen Zeiten sind eine Herstellerprognose für den genannten Ladebereich. Angaben zur AC-Ladeleistung, also zum Laden mit Wechselstrom an der Wallbox, enthält die Quelle nicht.
Für einen privaten Nutzer kann die Reichweite des 52-kWh-Akkus lange Fahrten zwischen Ladestopps ermöglichen. Bei gewerblichen Fahrzeugen sind dagegen feste Tagesrouten und Standzeiten entscheidend. Die Ladezeit von rund 24 Minuten im Bereich von 10 bis 80 Prozent kann dann relevant sein, wenn das Fahrzeug während einer Pause oder eines kurzen Zwischenstopps nachgeladen wird. Ob die Werte für eine konkrete Flotte ausreichen, lässt sich erst mit dem tatsächlichen Fahrprofil beurteilen.
Bedienung und Assistenz im ID Polo
Volkswagen stattet den ID Polo mit einem digitalen 10-Zoll-Kombiinstrument und dem zentral angeordneten 13-Zoll-Infotainmentsystem Innovision aus. Die Anzeige ist für Fahrer und Beifahrer erreichbar. Zusätzlich setzt Volkswagen wieder stärker auf physische Tasten, Druckflächen und Regler. Dazu gehören vier Fensterheber, nachdem die ersten ID-Modelle an dieser Stelle nur zwei Schalter hatten.
Eine besondere Funktion ist die über die View-Taste im Lenkrad aktivierbare Retro-Anzeige. Sie orientiert sich an den Instrumenten eines späten Golf I. Links erscheint ein klassischer Tacho, rechts ein stilisierter Drehzahlmesser. Im Elektroauto wird dieser jedoch als Powermeter genutzt und zeigt Energieabgabe oder Energieaufnahme des Antriebs an.
Serienmäßig verfügt der ID Polo über One-Pedal-Driving. Dabei kann das Fahrzeug beim Loslassen des Fahrpedals stark verzögern, sodass im passenden Fahrbetrieb weniger Bremsarbeit erforderlich ist. Optional ist die nächste Generation des Connected Travel Assist erhältlich. Sie übernimmt Längs- und Querführung und kann außerdem auf Ampeln reagieren. Laut Quelle ist diese Funktion in dieser Klasse neu.
Ausstattung von Trend bis Style
Volkswagen bietet den ID Polo in den Ausstattungslinien Trend, Life und Style an. Zur Basis gehören LED-Scheinwerfer mit Fernlichtassistent, Klimaautomatik, digitales Cockpit und das 13-Zoll-Infotainment. Ebenfalls serienmäßig sind Side Assist, Spurhalteassistent und Emergency Assist.
Life ergänzt die Ausstattung unter anderem um die automatische Distanzregelung ACC, eine Rückfahrkamera, eine Einparkhilfe vorne und einen Kreuzungsassistenten. Smartphone-Integration mit induktivem Laden sowie elektrisch anklappbare Außenspiegel gehören ebenfalls zum Umfang.
Style bietet Matrix-LED-Scheinwerfer, Ambientebeleuchtung, Sport-Komfortsitze und höherwertige Materialien. Sitz- und Lenkradheizung sowie eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik sind dort enthalten. Das weiterentwickelte ID Light kann mit Lichtsignalen Navigationshinweise geben oder vor Verkehr beim Öffnen der Türen warnen.
Als Sonderausstattung sind unter anderem ein Harman-Kardon-Soundsystem mit zehn Lautsprechern und 425 Watt, ein Panorama-Glasdach sowie elektrisch einstellbare 12-Wege-Vordersitze mit pneumatischer Massage- und Memory-Funktion vorgesehen. Eine weitere praktische Funktion ist Vehicle-to-Load. Über eine Steckdose im Innenraum oder einen Adapter an der Ladebuchse kann der ID Polo externe Geräte wie E-Bikes, Werkzeuge oder Outdoor-Ausrüstung mit bis zu 3,6 kW versorgen.
Preis und Marktstart bleiben gestaffelt
Der kommunizierte Einstiegspreis von 24.995 Euro gilt zunächst nicht für die verfügbare Startversion. Volkswagen beginnt den Verkauf mit dem ID Polo Life, der 155 kW (211 PS) und die 52-kWh-Batterie kombiniert. Dafür werden mindestens 33.795 Euro aufgerufen. Die Basisversion und weitere Antriebs- und Ausstattungskombinationen sollen erst im Sommer folgen.
Damit ist der günstigste ID Polo zwar angekündigt, aber zum Verkaufsbeginn noch nicht erhältlich. Für Interessenten ist deshalb wichtig, zwischen dem später geplanten Einstiegspreis und dem tatsächlichen Startangebot zu unterscheiden. Preise für die weiteren Varianten nennt die Quelle nicht. Ebenso fehlen Angaben zur Reichweite der 37-kWh-LFP-Version und zur AC-Ladeleistung.
Für Flottenbetreiber lässt sich bereits festhalten: Der ID Polo verbindet kompakte Außenmaße mit einem für die Fahrzeugklasse großen Kofferraum, mehreren Leistungsstufen und Vehicle-to-Load. Für eine belastbare Beschaffungsentscheidung müssen jedoch noch die konkreten Preise, Reichweiten und Ausstattungsumfänge der jeweils geplanten Version geprüft werden.

Quelle: Auto-Medienportal, Artikel 69978, Originaltitel „Vorstellung VW ID Polo: Der Stromer fürs Volk?“ Auto-Medienportal

Volkswagen ID Polo als kompakter Elektro-Kleinwagen
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