
Slate Elektro-Pick-up: Günstiger US-Truck mit 330 km
Der Slate ist ein kompakter Elektro-Pick-up für den US-Markt. Er kostet ab 24.950 Dollar, bietet 330 Kilometer Reichweite und kann später zum SUV umgebaut werden.
Kompori Redaktion
Der Slate ist ein kompakter Elektro-Pick-up für den US-Markt und startet bei 24.950 Dollar, umgerechnet etwa 21.500 Euro. Das bislang einzige Modell der Marke bietet 330 Kilometer Reichweite nach US-Norm, 1000 Liter Ladevolumen und mehrere Karosserievarianten. Die Auslieferungen beginnen derzeit in den USA.
Slate setzt auf einen günstigen Elektro-Pick-up
Slate positioniert sein erstes Fahrzeug als besonders preisgünstigen Elektro-Pritschenwagen. Nach Angaben aus der Quelle ist der zweisitzige Pick-up nicht nur der günstigste elektrische Pritschenwagen, sondern der günstigste Pick-up überhaupt. Hinter der Marke steht unter anderem Amazon-Gründer Jeff Bezos.
Mit einer Länge von 4,43 Metern, einer Breite von 1,79 Metern und einer Höhe von ebenfalls 1,79 Metern liegt der Slate größenmäßig zwischen Audi Q2 und Audi Q3. Er baut allerdings höher auf als beide genannten Modelle. Trotz seiner kompakten Außenmaße handelt es sich laut Fahrbericht um einen ausgewachsenen Truck und nicht um ein Kleinstfahrzeug.
Das Basismodell trägt die Bezeichnung „Blank Slate“. Es kommt mit grauer Lackierung und dunklen Stahlrädern bewusst schlicht daher. Der Grundpreis des zweisitzigen Pick-ups beträgt 24.950 Dollar. Für 5000 Dollar Aufpreis gibt es die fünfsitzige Steilheckversion Squareback. Eine ebenfalls fünfsitzige Schrägheckvariante kostet weitere 2000 Dollar. Die SUV-Versionen können ab Werk bestellt werden. Alternativ lässt sich ein Pick-up später umbauen.
| Merkmal | Angabe | |---|---| | Fahrzeugtyp | Kompakter Elektro-Pick-up | | Preis als Pick-up | 24.950 Dollar, etwa 21.500 Euro | | Länge | 4,43 Meter | | Breite | 1,79 Meter | | Höhe | 1,79 Meter | | Reichweite | 330 Kilometer nach US-Norm | | Batterie | 65 kWh, LFP-Technik | | Ladeleistung | Bis zu 90 kW | | Ladezeit | 20 auf 80 Prozent in 30 Minuten | | Motorleistung | 135 kW beziehungsweise 184 PS | | Drehmoment | 264 Newtonmeter | | Anhängelast | Bis zu 900 Kilogramm | | Ladefläche | 1000 Liter bis zur Oberkante |
Karosserie und Innenraum lassen sich anpassen
Das Konzept des Slate beschränkt sich nicht auf drei Aufbauformen. Käufer können das Fahrzeug mit unterschiedlichen Farben, Teildekoren und Streifen individualisieren. Auch die Gestaltung von Scheinwerfern und Rückleuchten lässt sich verändern. Hinzu kommen größere Stoßfänger, Kotflügelverbreiterungen, eine außenliegende Reserveradhalterung und Überrollbügel. Camping-Zubehör soll später ebenfalls verfügbar werden.
Die Anpassungen werden nicht während der Fahrzeugproduktion angebracht, sondern erst danach. Dadurch können Besitzer bestimmte Änderungen selbst zu Hause durchführen, sofern sie über das notwendige handwerkliche Geschick verfügen. Das gilt auch für vollständige Farbfolierungen, die für weniger als 500 Dollar angeboten werden sollen. Weitere Anbauteile aus dem Zubehörmarkt sind angekündigt beziehungsweise werden erwartet. Damit kann sich das Erscheinungsbild des Fahrzeugs über die Nutzungsdauer verändern, ohne dass jedes Mal ein neues Fahrzeug erforderlich ist.
Auch der Innenraum folgt diesem Prinzip. Farbige Dekorelemente, optische Aufwertungen und Lautsprechersysteme gehören zu den möglichen Ergänzungen. Der getestete Vorserienwagen war allerdings weitgehend in der Basisausführung unterwegs und besaß lediglich ein Demo-Lautsprechersystem.
Das Cockpit ist funktional und bewusst reduziert. Vor dem Drei-Speichen-Lenkrad befindet sich ein kleiner Bildschirm für den digitalen Tacho. Der linke Lenkstockhebel steuert die Scheibenwischer, der rechte wählt die Fahrstufe. Die Klimaanlage wird über klassische Drehknöpfe bedient. Navigation und Infotainment fehlen vollständig. Deshalb gibt es weder Apple CarPlay noch Android Auto: Der Slate besitzt keinen Bildschirm, auf den diese Anwendungen übertragen werden könnten.
Serienmäßig sind Servolenkung und Klimaanlage vorhanden. Die Fenster werden zunächst über manuelle Kurbeln geöffnet. Elektrische Fensterheber können nachgerüstet werden. Die Türen lassen sich vollständig abnehmen. Das ermöglicht ein offenes Fahrerlebnis und ist in den USA bei Fahrzeugen dieser Art zulässig.
Frunk und Ladefläche bieten viel Stauraum
Unter der Fronthaube befindet sich ein 200 Liter großer Frunk. Ein Wasserablauf erleichtert die Reinigung und kann bei einem Fahrzeug mit offen zugänglichem vorderem Stauraum praktisch sein. Auf der rückwärtigen Ladefläche stehen bis zur Oberkante 1000 Liter Ladevolumen zur Verfügung.
Für Gewerbekunden ist dabei entscheidend, dass der Slate kein klassischer Kastenwagen ist. Die offene Pritsche eignet sich grundsätzlich für Güter, die schnell be- und entladen werden müssen oder nicht zwingend in einem geschlossenen Laderaum transportiert werden. Die Quelle nennt jedoch keine Angaben zur Nutzlast. Auch zur maximalen Stützlast oder zu weiteren Anhängerbedingungen liegen keine Informationen vor. Die Anhängelast beträgt bis zu 900 Kilogramm.
Heckantrieb und 65-kWh-Batterie
Der Elektromotor sitzt an der Hinterachse und überträgt seine Kraft über ein einstufiges Getriebe an die Hinterräder. Die zunächst kommunizierte Leistung von 150 kW beziehungsweise 204 PS wurde auf 135 kW beziehungsweise 184 PS reduziert. Das maximale Drehmoment beträgt 264 Newtonmeter. Der 1836 Kilogramm schwere Pick-up beschleunigt laut Quelle in knapp über acht Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 144 km/h begrenzt.
Die Energie liefert eine 65 kWh große Lithium-Eisenphosphat-Batterie, kurz LFP. Diese Zellchemie wird häufig eingesetzt, wenn Robustheit und ein vergleichsweise unkritischer Umgang mit häufigen Ladezyklen im Vordergrund stehen. Die konkrete Reichweite des Slate beträgt 330 Kilometer nach US-Norm. Werte nach dem europäischen WLTP-Verfahren nennt die Quelle nicht. Ein direkter Vergleich mit europäischen Reichweitenangaben ist deshalb nicht möglich.
Die Batterie kann mit bis zu 90 kW geladen werden. An einem Gleichstrom-Schnelllader dauert der Ladevorgang von 20 auf 80 Prozent exakt 30 Minuten. Für Flotten ist diese Angabe vor allem dann relevant, wenn das Fahrzeug zwischen mehreren Einsätzen nachgeladen werden soll. Die Quelle nennt keine Angaben zur Ladeleistung an Wechselstrom, zur Ladebuchse oder zu einem möglichen bidirektionalen Laden.
Fahrverhalten mit starker Rekuperation
Der Fahrbericht beschreibt die Leistungsentfaltung als nahezu lautlos und mühelos. Wind-, Abroll- und Antriebsgeräusche bleiben bis zum Autobahntempo auf niedrigem Niveau. Die Lenkung vermittelt eine präzise Rückmeldung. Die Bremsen lassen sich linear dosieren; im Alltag übernimmt die Rekuperation einen großen Teil der Verzögerung.
Der Slate verfügt über eine sehr starke Rekuperationsstufe bis zum vollständigen Stillstand. Das Fahrgefühl ähnelt damit einer ausgeprägten Ein-Pedal-Bedienung, wie sie unter anderem vom BMW i3 oder der i-Pedal-Einstellung von Hyundai bekannt ist. Eine manuelle Anpassung der Rekuperationsstärke ist laut Quelle nicht möglich. Für Fahrer bedeutet das eine klare, aber nicht individuell veränderbare Abstimmung.
An der Vorderachse arbeitet eine MacPherson-Konstruktion, hinten kommt eine De-Dion-Achse zum Einsatz. Zusammen mit der serienmäßigen Bereifung in der Größe 245/65 auf 17-Zoll-Rädern erzielt der Pick-up einen guten Federungskomfort. Trotz des kurzen Radstands bleibt das Fahrzeug laut Fahrbericht stabil und zeigt nur geringe vertikale Bewegungen. Die Karosserie neigt sich in Kurven spürbar, bleibt dabei jedoch kontrolliert.
Auf losem Untergrund kann der Hecktriebler leicht zum Übersteuern gebracht werden. Das elektronische Stabilitätsprogramm greift anschließend dosiert ein. Ein Allradantrieb ist derzeit nicht vorgesehen. Auch ein Range Extender mit Verbrennungsmotor gehört nicht zum aktuellen Konzept. Slate bleibt damit beim reinen Batterieantrieb und bietet keine Lösung für Käufer, die zusätzliche Reichweitenreserven durch einen Verbrennungsmotor wünschen.
Was der Slate für Käufer und Flotten bedeutet
Der Slate verbindet einen niedrigen Einstiegspreis mit einem modularen Fahrzeugkonzept. Für private Käufer kann die spätere Umwandlung vom Pick-up zum SUV interessant sein. Gewerbliche Nutzer erhalten eine offene Ladefläche, 900 Kilogramm Anhängelast und einen großen Frunk. Für eine belastbare Flottenentscheidung fehlen allerdings wichtige Angaben, etwa zur Nutzlast, zur Wartung, zur Garantie, zur Ladeinfrastruktur und zum Preis außerhalb der USA.
Auch die Ausstattung ist klar auf Einfachheit ausgerichtet. Wer Navigation, Smartphone-Integration oder umfangreiche Assistenzsysteme erwartet, findet diese Funktionen beim Slate nicht. Für Nutzer, die ein übersichtliches Fahrzeug mit wenigen Bedienelementen suchen, kann dieser Ansatz dagegen den täglichen Betrieb vereinfachen. Die US-Ausführung unterscheidet sich zudem von vielen in Europa angebotenen Fahrzeugen, weil bestimmte Assistenzsysteme dort nicht vorgeschrieben sind und Slate darauf verzichtet.
Die Marke tourt derzeit durch die USA, während die Auslieferungen beginnen. Ob und wann der Slate nach Europa kommt, welchen Preis er dort hätte und ob die beschriebenen Varianten unverändert angeboten würden, geht aus der Quelle nicht hervor. Für europäische Interessenten sind deshalb vorerst vor allem Konzept, Technik und US-Preis relevant – nicht eine bestätigte Markteinführung in Europa.

Quelle: Auto-Medienportal, Artikel „Slate greift von unten an“, https://www.auto-medienportal.net/artikel/detail/71094 Auto-Medienportal

Slate.
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