
Opel GSE 27FE startet mit Sophia Flörsch in der Formel E
Opel steigt mit dem GSE 27FE und Sophia Flörsch in die Formel E ein. Der neue GEN4-Rennwagen bietet bis zu 600 kW, Allradantrieb und 335 km/h.
Kompori Redaktion
Opel steigt mit dem GSE 27FE in der kommenden Saison in die FIA-Formel-E-Weltmeisterschaft ein. Beim ersten öffentlichen Auftritt auf dem Circuit Paul Ricard in Le Castellet saß Sophia Flörsch am Steuer. Die 25-jährige Münchnerin ist Test- und Entwicklungsfahrerin des neuen Teams. Die offiziellen Testfahrten beginnen Anfang Mai; bis zum Saisonstart Ende des Jahres soll ein konkurrenzfähiges Auto entstehen.
Opel GSE 27FE fährt erstmals öffentlich
Der erste Einsatz in Südfrankreich war zunächst eine Demonstrationsfahrt und diente auch der Öffentlichkeitsarbeit. Flörsch nahm dabei erstmals im Opel GSE 27FE Platz. Auf diesen Termin hatte sie sich im Simulator vorbereitet. Nach ihren Angaben arbeiten inzwischen sieben Ingenieure mit ihr an den Simulatortrainings. Diese digitalen Fahrten dienen dazu, Abläufe, Fahrzeugabstimmung und mögliche Rennsituationen vor den realen Tests zu untersuchen.
Flörsch soll während der offiziellen Testphase die Ingenieurinnen und Ingenieure bei der Entwicklung unterstützen. Ihre Aufgabe ist damit nicht auf das Fahren beschränkt: Rückmeldungen einer Fahrerin helfen dem Team, das Verhalten des Rennwagens zu bewerten und die Abstimmung weiterzuentwickeln. Konkrete Ergebnisse der ersten Demonstrationsfahrt nennt die Quelle nicht.
GEN4 bringt mehr Leistung und Allradantrieb
Opels Einstieg fällt mit dem Wechsel auf die neue Fahrzeuggeneration GEN4 zusammen. In der Formel E erhalten alle Teams vor Saisonbeginn ein gemeinsames technisches Grundgerüst. Dazu gehören Batterie, Chassis, Reifen und das Leistungsvermögen. Dadurch sind zentrale Voraussetzungen für die Wettbewerber gleich. Unterschiede entstehen insbesondere bei der Arbeit des jeweiligen Teams an Fahrzeug, Software, Abstimmung und Rennstrategie; konkrete Opel-Daten dazu liegen noch nicht vor.
Die GEN4-Rennwagen verfügen über permanenten Allradantrieb und leisten bis zu 600 kW. Das entspricht 816 PS und liegt laut Quelle 71 Prozent über dem Leistungsniveau des bisher eingesetzten Formel-E-Fahrzeugs. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt bis zu 335 km/h. Für den Sprint von 0 auf 100 km/h werden 1,8 Sekunden angegeben.
| Merkmal | Angabe | |---|---:| | Fahrzeuggeneration | GEN4 | | Antrieb | permanenter Allradantrieb | | Leistung | bis zu 600 kW (816 PS) | | Höchstgeschwindigkeit | bis zu 335 km/h | | Beschleunigung 0–100 km/h | 1,8 Sekunden |
Für Zuschauer sind diese Werte vor allem wegen der Beschleunigung und der hohen Endgeschwindigkeit relevant. Für das Team bedeuten sie zugleich, dass Fahrer, Reifen, Bremsen und Fahrzeugabstimmung mit höheren Anforderungen umgehen müssen. Eine direkte Übertragung der Renntechnik auf Serienfahrzeuge ist daraus jedoch nicht abzuleiten: Die Formel E nutzt ein standardisiertes Rennfahrzeug und verfolgt andere Ziele als ein Straßenauto.
Jörg Schrott verantwortet das neue Team
Teamchef des Opel GSE Formula E Teams ist Jörg Schrott. Er kam 1997 zu Opel und verantwortet seit 2012 sämtliche Motorsportaktivitäten der Marke. Schrott bezeichnet den Zeitpunkt für den Einstieg als passend, weil Opel mit der GEN4-Generation in eine neue Formel-E-Ära startet. Porsche und Jaguar präsentierten beim Termin in Le Castellet ebenfalls ihre Rennwagen für die kommende Saison.
Der Opel GSE 27FE trägt eine neongelb-schwarze Folierung. Damit knüpft das Fahrzeug sichtbar an den Auftritt der Marke mit dem Blitz an. Opel verweist zugleich auf seine Motorsportgeschichte und frühere Erfolge im Rallye-Sport. Schrott formuliert für das neue Projekt einen klaren sportlichen Anspruch: „Wir wollen auffallen. Das tun wir nicht, wenn wir auf Platz 10 landen.“
Welche Bedeutung hat der Einstieg für Opel?
Für Opel beginnt mit dem GSE 27FE der Einstieg in eine elektrische Rennserie. Das Projekt schafft eine Plattform, auf der die Marke Erfahrungen mit einem vollelektrischen Hochleistungsfahrzeug sammeln kann. Aus den Angaben der Quelle folgt allerdings nicht, dass bestimmte GEN4-Techniken später in einem Serienmodell eingesetzt werden. Auch zu einem möglichen Technologietransfer macht Opel keine Angaben.
Eine offene Frage ist zudem die konkrete Wettbewerbsfähigkeit des Autos. Die erste Fahrt hatte Demonstrationscharakter, die offiziellen Tests starten erst Anfang Mai. Erst die Testarbeit und der Saisonverlauf werden zeigen, wie sich die Entwicklung im Vergleich zu anderen Teams bewährt.
Sophia Flörsch soll Aufmerksamkeit schaffen
Flörsch bringt Erfahrung aus Formel 4, Formel 3 und DTM mit. Außerdem war sie die erste Frau, die Punkte in der Formel 3 erzielte. Ihre Reichweite kann dem Formel-E-Projekt zusätzliche Sichtbarkeit geben: Auf Instagram folgen ihr mehr als 800.000 Menschen.
In Deutschland werden die Rennen derzeit vom Nischensender DF1 übertragen. Nach Angaben der Quelle schalten dort im Regelfall knapp 40.000 Menschen ein. Opel und die Formel E hoffen, dass die leistungsstarken GEN4-Fahrzeuge das Interesse erhöhen. Flörsch dürfte mit Einblicken in Test- und Rennalltag ebenfalls zur Kommunikation des neuen Teams beitragen.

Quelle: Auto-Medienportal, Artikel 69948, „Opel GSE 27FE: Genau der richtige Zeitpunkt, um in die Formel E einzusteigen“. Auto-Medienportal

Der neongelb-schwarze Opel GSE 27FE auf dem Circuit Paul Ricard
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