
Jaecoo 7 PHEV und Omoda 9 PHEV starten in Deutschland
Chery bringt Jaecoo 7 PHEV und Omoda 9 PHEV nach Deutschland. Die Plug-in-Hybride bieten bis zu 145 Kilometer elektrische Reichweite, 395 kW Systemleistung und Preise ab 36.900 Euro.
Kompori Redaktion
Der chinesische Chery-Konzern startet mit den Marken Jaecoo und Omoda in Deutschland. Zum Auftakt kommen die Plug-in-Hybride Jaecoo 7 PHEV und Omoda 9 PHEV auf den Markt. Der Jaecoo 7 PHEV beginnt bei 36.900 Euro, während der größere Omoda 9 PHEV ab 52.900 Euro erhältlich ist. Chery plant bis Ende Mai 2026 zunächst 40 Händlerstandorte, bis Jahresende 100 und langfristig 240 Standorte.
Chery baut sein Deutschlandgeschäft schrittweise auf
Chery ist bereits seit 2018 mit einem Entwicklungszentrum im hessischen Raunheim vertreten. Der Vertrieb der Marken Jaecoo und Omoda in Deutschland startet jedoch erst jetzt. Zuvor baute der Konzern seine Präsenz in anderen europäischen Ländern schrittweise aus und entwickelte parallel ein Händlernetz.
Als Beispiel nennt die Quelle Großbritannien. Dort stieg die Zahl der Fahrzeuge von 3.889 im Jahr 2024 auf 47.775 im Jahr 2025. Der Marktanteil erreichte 2,4 Prozent. In Spanien, wo Jaecoo und Omoda seit Februar 2024 vertreten sind, wuchs das Volumen von 8.891 auf 23.697 Fahrzeuge. Der Marktanteil stieg dort von 0,9 auf 2,1 Prozent. Polen kam in weniger als zwei Jahren auf 2,5 Prozent Marktanteil, Italien auf 1,0 Prozent.
Für Deutschland plant Chery bereits 2026 rund 8.000 Auslieferungen beider Marken. Für Flotten und Privatkunden ist neben Preis und Technik besonders die regionale Betreuung relevant. Werkstattdichte, Ersatzteilversorgung und das Vertrauen in eine neue Marke lassen sich erst mit einem wachsenden Vertriebsnetz beurteilen. Die angekündigten 100 Standorte bis Ende 2026 sollen deshalb die Grundlage für den Markteintritt schaffen.
Jaecoo 7 PHEV: Kompakt-SUV mit 90 Kilometern E-Reichweite
Der Jaecoo 7 PHEV übernimmt die Rolle des volumenstärkeren Einstiegsmodells. Das 4,50 Meter lange Kompakt-SUV ist knapp 1,87 Meter breit und bietet 200 Millimeter Bodenfreiheit. Optisch prägen eine aufrechte Front, ein großer Kühlergrill mit vertikalen Lamellen und kräftig ausgeformte Radhäuser das Fahrzeug. Die Räder messen 19 Zoll. Einen Allradantrieb gibt es trotz der robusten SUV-Auslegung nicht.
Der Plug-in-Hybrid kombiniert einen 1,5-Liter-Turbobenziner mit zwei Elektromotoren. Die Systemleistung beträgt 205 kW beziehungsweise 279 PS. Die 18,4-kWh-Batterie ermöglicht nach WLTP bis zu 90 Kilometer elektrische Reichweite. Rein elektrisch sind bis zu 120 km/h möglich. Für Pendelstrecken und viele Fahrten im Stadtgebiet kann das bedeuten, dass der Verbrennungsmotor bei ausreichend geladener Batterie nicht benötigt wird. Plug-in-Hybride müssen dafür regelmäßig geladen werden; die elektrische Reichweite hängt außerdem von Fahrweise, Temperatur und Nutzung ab.
Mit einem vollständig geladenen Akku und vollem 60-Liter-Tank soll der Jaecoo 7 PHEV eine Gesamtreichweite von bis zu 1.200 Kilometern erreichen. Bei leerer Batterie nennt die Quelle einen WLTP-Verbrauch von 6,0 Litern je 100 Kilometer sowie einen Stromverbrauch von 15,1 kWh. Diese Werte stammen aus dem WLTP-Prüfverfahren und sind nicht mit einem garantierten Alltagsverbrauch gleichzusetzen.
Im Innenraum sitzt je nach Ausstattung ein 13,2 oder 14,8 Zoll großer Hochkant-Touchscreen. Hinzu kommen ein digitales Kombiinstrument, ein Multifunktionslenkrad und ein Wählhebel hinter dem Lenkrad. Dadurch bleibt mehr Platz auf der Mittelkonsole. Die Rückbank ist verschiebbar, was eine flexible Aufteilung zwischen Beinfreiheit und Gepäckraum ermöglicht.
Das Kofferraumvolumen beträgt abhängig von der Position der Rückbank 324 bis 340 Liter. Bei umgelegter Rücksitzbank sind maximal 1.265 Liter möglich. Vier Verzurrösen, Taschenhaken und ein separates Fach für das Ladekabel erleichtern die Nutzung im Alltag. Die Anhängelast beträgt 1.500 Kilogramm, die Zuladung rund 450 Kilogramm.
Laden und Ausstattung des Jaecoo 7 PHEV
Beim Laden bleibt der Jaecoo 7 PHEV hinter vielen aktuellen Plug-in-Hybriden zurück. An einer Gleichstrom-Schnellladestation sind bis zu 40 kW möglich. Wechselstrom-Laden ist auf 6,6 kW begrenzt; ein 11-kW-Lader ist nicht vorhanden. Für Unternehmen mit festen Ladefenstern kann das dennoch ausreichen, die Ladeplanung fällt im Vergleich zu einem 11-kW-System jedoch weniger flexibel aus.
Der Jaecoo 7 PHEV unterstützt außerdem V2L mit bis zu 3,3 kW. Vehicle-to-Load bedeutet, dass das Fahrzeug externe Geräte mit Strom versorgen kann, etwa Werkzeug oder Freizeitausrüstung.
Die Ausstattungslinie Select kostet 36.900 Euro, Exclusive 39.900 Euro. Zur höheren Variante gehören unter anderem ein Panorama-Glasschiebedach, ein Head-up-Display, Sitzheizung und Sitzkühlung sowie ein Sony-Soundsystem. Zur Batteriekapazität und Ladezeit von null auf 100 Prozent nennt die Quelle keine weiteren Angaben.
Bei den Fahreindrücken wird der Jaecoo 7 PHEV als ruhig und unaufgeregt beschrieben. Die Übergänge zwischen elektrischem und hybridischem Antrieb fallen dezent aus. Die Lenkung ist komfortabel ausgelegt. Beim stärkeren Beschleunigen wird der Benzinmotor hörbar. Kritischer fällt die Bedienlogik aus: Einige Funktionen, darunter die Spiegelverstellung und Einstellungen der Assistenzsysteme, sind nicht sofort auffindbar. Physische Tasten für die Fensterheber, ein Schieberegler für das Dach und das Head-up-Display der Topversion erleichtern die Nutzung.
Omoda 9 PHEV: 395 kW und bis zu 145 Kilometer elektrisch
Der Omoda 9 PHEV ist größer und leistungsstärker positioniert. Das 4,77 Meter lange SUV besitzt einen Radstand von 2,80 Metern und Allradantrieb. Der Antrieb kombiniert ebenfalls einen 1,5-Liter-Turbobenziner mit elektrischen Motoren. Die Systemleistung beträgt 395 kW beziehungsweise 537 PS.
Mit einem Leergewicht von 2.270 Kilogramm beschleunigt der Omoda 9 PHEV laut Quelle in 4,9 Sekunden von null auf 100 km/h. Die Batterie fasst 34,5 kWh. Nach WLTP sollen bis zu 145 Kilometer rein elektrisch möglich sein. Die Gesamtreichweite wird mit bis zu 1.100 Kilometern angegeben. Der Tank fasst 70 Liter, der Verbrauch bei leerem Akku liegt laut Quelle bei 6,9 Litern je 100 Kilometer.
Der Omoda 9 PHEV kann mit bis zu 65 kW Gleichstrom laden. Beim Wechselstrom bleibt es allerdings ebenfalls bei 6,6 kW. Seine Höchstgeschwindigkeit ist auf 180 km/h begrenzt. Für den täglichen Einsatz ist vor allem die elektrische Reichweite relevant, während Allradantrieb und hohe Systemleistung zusätzliche Reserven für lange Strecken und unterschiedliche Fahrbedingungen bieten.
Die Kraftübertragung übernimmt eine 3-Gang-Automatik. Trotz der ungewöhnlichen Auslegung soll sie die Leistung schnell und kaum wahrnehmbar verteilen. Im ruhigen Verkehr wirkt der Omoda 9 gelassen. Die hohe Systemleistung äußert sich dabei eher als souveränes Beschleunigen denn als dauerhaft sportliches Fahrgefühl. Auf der Autobahn ist die Abstimmung teilweise straffer.
Innenraum, Platzangebot und Ausstattung des Omoda 9
Im Cockpit dominiert ein 24,6 Zoll großes Curved-Display, das Instrumente und Infotainment zusammenfasst. Ergänzt wird es durch ein Head-up-Display mit Augmented-Reality-Funktionen. Für die Klimatisierung gibt es physische Schalter und Drehregler. Das ist für häufig genutzte Funktionen praktischer, weil die Bedienung nicht vollständig über Untermenüs erfolgen muss.
Der Kofferraum bietet 470 Liter. Bei umgeklappten Rücksitzlehnen stehen knapp 1.800 Liter zur Verfügung. Im Fond gibt es viel Beinfreiheit und elektrische Verstellmöglichkeiten. Zwei Personen sitzen dort laut Quelle sehr bequem. Eine geöffnete Dachpartie bringt zusätzlich Luft in den Innenraum. Materialauswahl und Verarbeitung hinterlassen einen gediegenen Eindruck.
Der Omoda 9 PHEV wird in Deutschland ausschließlich als Exklusive-Line angeboten und kostet ab 52.900 Euro. Bereits serienmäßig sind unter anderem LED-Licht, eine Rundumsichtkamera, ein Panorama-Schiebedach, Massagesitze vorn, Sitzheizung im Fond und ein Premium-Soundsystem enthalten. Nicht an Bord sind ein 11-kW-AC-Lader und ein Matrix-Licht.
Auch beim Omoda 9 wird die Bedienung unterschiedlich bewertet. Die großen Displays wirken modern, einige Informationen und Kacheln sind jedoch nicht optimal angeordnet. Hilfreich sind die physischen Klimaregler, die Totwinkelanzeige beim Blinken und die Sitzbedienung nach vertrautem Premium-Muster.
Die wichtigsten Daten im Überblick
| Merkmal | Jaecoo 7 PHEV | Omoda 9 PHEV | |---|---:|---:| | Länge | 4,50 m | 4,77 m | | Systemleistung | 205 kW (279 PS) | 395 kW (537 PS) | | Batteriekapazität | 18,4 kWh | 34,5 kWh | | Elektrische WLTP-Reichweite | bis zu 90 km | bis zu 145 km | | DC-Ladeleistung | bis zu 40 kW | bis zu 65 kW | | AC-Ladeleistung | 6,6 kW | 6,6 kW | | Kofferraumvolumen | 324–1.265 l | 470–knapp 1.800 l | | Preis | ab 36.900 Euro | ab 52.900 Euro |
Für Privatkunden unterscheiden sich die Modelle vor allem bei Größe, elektrischer Reichweite und Preis. Der Jaecoo 7 PHEV richtet sich an Käufer im Kompakt-SUV-Segment und bietet eine Anhängelast von 1.500 Kilogramm. Der Omoda 9 PHEV spricht mit Allradantrieb, 395 kW und dem größeren Innen- und Kofferraumangebot eine höher positionierte Kundengruppe an.
Für Flottenverantwortliche sind die Ladeleistungen ein wichtiger Prüfpunkt. Beide Fahrzeuge können mit 6,6 kW Wechselstrom laden. Wer die Fahrzeuge über Nacht oder während langer Standzeiten lädt, kann diese Begrenzung leichter einplanen als ein Betrieb mit häufigen kurzen Ladefenstern. Die elektrische Reichweite des Omoda 9 ist höher, der Jaecoo 7 PHEV bietet dafür den niedrigeren Einstiegspreis.
Die Quelle nennt keine Angaben zu Garantiebedingungen, Wartungskosten, Restwerten, Lieferzeiten oder konkreten CO₂-Emissionen. Diese Punkte sollten vor einer Beschaffung direkt beim Händler geklärt werden. Der Deutschlandstart entscheidet sich daher nicht allein an den technischen Daten, sondern auch daran, wie schnell Chery sein Händler- und Servicenetz aufbaut und wie zuverlässig die Betreuung im jeweiligen Einsatzgebiet verfügbar ist.

Quelle: Auto-Medienportal, Artikel 70038, „Jaecoo 7 PHEV und Omoda 9 PHEV: Auf zum Boss-Kampf“. Auto-Medienportal

Jaecoo 7 PHEV und Omoda 9 PHEV beim Deutschlandstart
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