
Hyundai Ioniq 3: Kompakter Elektro-Hatchback im Test
Der Hyundai Ioniq 3 verbindet kompakte Abmessungen mit bis zu 497 Kilometern Reichweite, 441 Litern Kofferraum und 110 kW Ladeleistung. Der Fahrbericht zeigt Stärken und Grenzen.
Kompori Redaktion
Der Hyundai Ioniq 3 ist ein 4,17 Meter langer Elektro-Hatchback zwischen Inster und Kona Elektro. Seit Anfang September ist das in Izmit gefertigte Modell bestellbar. Im Fahrbericht zeigt sich: Der Ioniq 3 bietet viel Platz, komfortables Fahrverhalten und eine gut bedienbare Technik, wirkt trotz N-Line-Optik aber eher wie eine entspannte Familienkutsche als wie ein Sportwagen.
Hyundai Ioniq 3 positioniert sich zwischen Inster und Kona
Hyundai bezeichnet die flache Karosserie mit großer Heckklappe als „Aero Hatch“. Der viertürige Ioniq 3 teilt sich Batterieoptionen und Frontantrieb mit dem technischen Verwandten EV2, nicht mit dem Kia EV3. Seine eigenständige Gestaltung prägen kleine Lichtwürfel an Front und Heck, versenkte Klappgriffe sowie je nach Version große Räder und ein markanter Heckspoiler.
Die Kehrseite des Designs zeigt sich beim Rangieren. Der Spoiler teilt die Heckscheibe, zusätzlich schränken kräftige C-Säulen die Sicht nach hinten ein. Die serienmäßige Rückfahrkamera ist deshalb praktisch. Im Innenraum setzt Hyundai auf konventionelle Bedienung: Die Außenspiegel werden klassisch eingestellt, die Fahrbereitschaft wird über einen Startknopf aktiviert und der Wählhebel rechts am Lenkrad auf D gedreht.
Fahrleistung bleibt hinter der sportlichen Optik zurück
Der getestete Ioniq 3 N-Line nutzt die größere 61-kWh-NMC-Batterie. Der Frontmotor leistet maximal 99 kW beziehungsweise 135 PS und stellt 250 Nm Drehmoment bereit. Im Stadtverkehr genügt das, beim Einfädeln und bei moderatem Tempo fährt der Hyundai unangestrengt mit. Der Sprint auf 100 km/h dauert laut Datensatz 9,6 Sekunden; im Fahrbericht werden rund neuneinhalb Sekunden genannt.
Auf hügeligen Straßen und bei höherem Autobahntempo nimmt der Vortrieb spürbar ab. Überholmanöver sollten daher geplant werden. Die kleinere Batterie mit rund 42 kWh ist mit dem stärkeren 108-kW-Motor gekoppelt. Diese Variante erreicht 147 PS und beschleunigt in 8,7 Sekunden auf 100 km/h. Beide Ausführungen sind bei ungefähr 170 km/h abgeregelt.
Die N-Line-Ausstattung verändert vor allem das Erscheinungsbild. Der Fahrbericht beschreibt den Ioniq 3 nicht als kompromisslosen Sportler. Eine echte N-Version wird in der Quelle lediglich als mögliche, nicht bestätigte Variante erwähnt.
Komfortables Fahrwerk und Rekuperation per Lenkradwippe
Das Fahrwerk ist vergleichsweise weich abgestimmt und verarbeitet Fugen, Kanaldeckel sowie raue Straßen angenehm. Auf langen Bodenwellen kann die Karosserie etwas nachschwingen. Die Lenkung arbeitet nicht besonders direkt, vermittelt aber ausreichend Gefühl für die Vorderräder. In Kurven bleibt der Hyundai gut einschätzbar. Die Sitze sind bequem, halten die Beine bei sportlicher Kurvenfahrt jedoch nur begrenzt fest. Geräuschdämmung und Federung unterstützen dagegen entspanntes Reisen.
Die Rekuperation lässt sich über Lenkradwippen in vier Stufen von null bis drei regeln. Ein längerer Zug an der linken Wippe aktiviert oder deaktiviert den I-Pedal-Modus, rechts wird die automatische Anpassung eingeschaltet. Im stärksten I-Pedal-Modus bremst der Wagen bis zum Stillstand, die Verzögerung bleibt allerdings sanft. Im dichten Verkehr wird daher weiterhin das Bremspedal benötigt.
Die adaptive Rekuperation reagiert auf langsamere Fahrzeuge und erkannte Tempolimits. Bei aktiver Navigation berücksichtigt sie außerdem Kreisverkehre, Abbiegungen und enge Kurven. Die gewählte Rekuperationsstufe wird allerdings nur auf dem Zentralmonitor angezeigt. In der Basisausstattung Select fehlt zudem das Fahrerdisplay; Geschwindigkeit und Reichweite erscheinen dann ebenfalls in der Bildschirmmitte.
Pleos Connect bietet klare Bedienung
Das Infotainmentsystem Pleos Connect basiert auf Android Automotive. Die Menüs reagieren flüssig und sind logisch sortiert. Der Touchscreen misst abhängig von der Ausstattung 12,9 oder 14,6 Zoll. Häufig verwendete Anwendungen können individuell angeordnet werden. Spotify und YouTube sind über eigene Apps verfügbar, weitere Funktionen sollen folgen.
Für den Alltag relevant sind die klassischen Bedienelemente für Klimaanlage und Lautstärke. Auch die Warnassistenten lassen sich gruppieren und anschließend mit wenigen Handgriffen abschalten. Das reduziert die Zahl einzelner Bedienvorgänge, ersetzt aber keine sorgfältige Auswahl der Assistenz-Einstellungen vor der Fahrt.
Reichweite, Laden und Platzangebot
Der größere Akku ermöglicht laut Hyundai bis zu 497 Kilometer Reichweite, im Datensatz des getesteten N-Line-Modells werden 454 Kilometer nach WLTP genannt. Der WLTP-Wert ist ein standardisierter Vergleichswert; im realen Betrieb beeinflussen unter anderem Geschwindigkeit, Temperatur, Beladung und Heizung den Verbrauch. Auf einer 126 Kilometer langen Testrunde wurden 16,2 kWh je 100 Kilometer gemessen. Der Normbereich des Testwagens liegt bei 13,7 bis 15,8 kWh je 100 Kilometer.
Der 61-kWh-Akku lädt mit maximal 110 kW Gleichstrom. Von 10 auf 80 Prozent soll der Vorgang idealerweise rund 30 Minuten dauern. Mit Batterievorkonditionierung soll diese Zeit auch im Winter nicht länger ausfallen. Wechselstromladen ist serienmäßig mit 11 kW möglich, optional mit 22 kW. Für Flotten und Gewerbekunden ist dabei entscheidend, ob überwiegend an Depot, Wallbox oder Schnellladesäule geladen wird.
Im Fond gibt es reichlich Knieraum, die niedrige Sitzbank führt jedoch zu einem stärkeren Beinwinkel. Der Kofferraum fasst 441 Liter einschließlich eines 119-Liter-Unterbodenfachs. Bei umgelegten Rücksitzlehnen steigt das Volumen auf 1213 Liter. Ein vorderer Zusatzstauraum, ein sogenannter Frunk, ist nicht vorhanden. Die Anhängelast beträgt 750 Kilogramm, die Stützlast 100 Kilogramm. Das reicht laut Einordnung des Fahrberichts auch für einen Träger mit zwei schweren E-Bikes.
| Merkmal | Hyundai Ioniq 3 N-Line | |---|---:| | Länge | 4,17 m | | Batterie | 61,0 kWh | | Leistung | 99 kW (135 PS) | | Reichweite nach WLTP | 454 km | | Ladeleistung AC/DC | 11 kW / 110 kW | | Kofferraum | 441–1213 Liter | | Anhängelast | 750 kg | | Preis Testwagen | ab 42.450 Euro |
Preise und Ausstattungen im Überblick
Die Einstiegsversion Select kostet mit 42-kWh-Batterie ab 28.950 Euro. Zur Serienausstattung gehören Voll-LED-Scheinwerfer, ein 12,9-Zoll-Infotainmentbildschirm, Rückfahrkamera, 2-Zonen-Klimaautomatik, Smart-Key und 16-Zoll-Leichtmetallräder. Der große Akku kostet in dieser Linie 4000 Euro Aufpreis, der Preis steigt damit auf 32.950 Euro.
Die Ausstattung Trend beginnt bei 31.950 Euro. Sie ergänzt unter anderem ein 9,9-Zoll-Fahrerdisplay, Sitz- und Lenkradheizung, eine kabellose Smartphone-Ladeablage sowie 17-Zoll-Räder. Außerdem ist hier das Batterieheizsystem mit Vorkonditionierung verfügbar. Navigation mit größerem Bildschirm kostet 850 Euro zusätzlich. Ein Technikpaket mit stärkerem Wechselstromlader und externer Stromversorgung kostet 1650 Euro.
Die getestete Topversion N Line Evo startet bei 42.450 Euro. Sie umfasst neben dem 14,6-Zoll-Touchscreen eine 360-Grad-Kamera, einen ferngesteuerten Parkassistenten, Matrix-LED-Licht, ein Bose-Soundsystem und 19-Zoll-Leichtmetallräder. Damit sind die wichtigsten Unterschiede für Käufer klar: Die kleinere Batterie senkt den Einstiegspreis, während der größere Akku, Vorkonditionierung und das Fahrerdisplay vor allem für regelmäßige Langstrecken relevant sind. Angaben zu weiteren Betriebskosten oder Flottenkonditionen enthält die Quelle nicht.

Quelle: Auto-Medienportal, Fahrbericht Hyundai Ioniq 3, Artikel 71124. Auto-Medienportal

Hyundai Ioniq 3 N Line als kompakter Elektro-Hatchback
1 / 11









