
China-Speed setzt deutsche Autoindustrie unter Druck
China-Speed verkürzt die Entwicklungszeiten für Elektroautos drastisch. Chinesische Hersteller setzen mit Batterieinnovationen, Software und flexiblen Produktionsprozessen deutsche Autobauer unter Druck.
Kompori Redaktion
China-Speed verändert die Entwicklung von Elektroautos: Chinesische Hersteller bringen neue Modelle laut AlixPartners im Durchschnitt nach etwa 1,6 Jahren auf den Markt. Deutsche Marken benötigen für neue Fahrzeuge häufig mindestens drei Jahre, für eine neue S-Klasse von Mercedes-Benz vergehen sogar sieben bis acht Jahre. Der Wettbewerb setzt die deutsche Autoindustrie damit unter erheblichen Druck.
Xing Zhou, Managing Director und China-Experte bei AlixPartners, erklärt den Vorsprung mit der Bedeutung von Batterie und Software. Bei Elektroautos sei die Fahrzeughardware weniger entscheidend. In China kommen laut Zhou jährlich rund 140 neue Elektromodelle auf den Markt; Innovationen bei Batterie und Software gelten dort als wichtigstes Differenzierungsmerkmal. Der sogenannte Good-enough-Ansatz verkürzt die Erprobung zusätzlich: Sobald ein Fahrzeug ausreichend ausgereift ist, wird es verkauft.
Auch digitale Zwillinge, Schichtbetrieb und längere Arbeitszeiten beschleunigen die Produktion. Physische Tests lassen sich teilweise reduzieren oder früher in den Entwicklungsprozess verlagern. BYD, inzwischen der größte Elektroautobauer weltweit, nutzt diese Anpassungsfähigkeit auch für den europäischen Markt. Nach zusätzlichen EU-Zöllen auf chinesische Elektroautos setzte der Konzern stärker auf Plug-in-Hybride. Der BYD Seal U DM-i war im Mai, Juni und Juli jeweils Deutschlands meistverkauftes Plug-in-Hybridmodell. Zugleich profitieren chinesische Hersteller von niedrigeren Lohnkosten und können ihre Fahrzeuge oft günstiger anbieten.

Quelle: Auto-Medienportal

BYD Seal U-DM i, meistverkaufter Plug-in-Hybrid in Deutschland.
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