
Chinesische Batteriehersteller setzen deutsche Autobauer unter Druck
Chinesische Batteriehersteller dominieren den Zellmarkt und setzen die deutsche Autoindustrie unter Druck. CATL und BYD treiben zugleich neue Akku-Technologien voran.
Kompori Redaktion
Chinesische Batteriehersteller dominieren eine Schlüsseltechnologie der Elektromobilität und erhöhen damit den Druck auf die deutsche Autoindustrie. Rund 80 Prozent der weltweit in Elektroautos verbauten Batteriezellen stammen aus China. CATL, der größte Zellproduzent, kam im ersten Quartal dieses Jahres weltweit auf mehr als 50 Prozent Marktanteil. Batterien bestimmen Reichweite, Ladezeit und Kosten eines Elektroautos – und damit dessen Wettbewerbsfähigkeit.
China baute seinen Vorsprung bei Zellen, Materialien und industrieller Produktion früh aus. CATL begann bereits 2012 mit der groß angelegten Fertigung und kooperierte damals mit BMW. Später nutzten auch Mercedes-Benz, Volkswagen und Audi Zellen des chinesischen Unternehmens. Laut Jens Südekum vom Düsseldorfer Institute for Competition Economics beruht die Dominanz neben starken Unternehmen auch auf konsequenter Industriepolitik.
Für Aufmerksamkeit sorgt unter anderem BYDs neue Generation des Blade-Akku. Die Anfang 2026 vorgestellte Batterie soll theoretisch mehr als 1000 Kilometer Reichweite ermöglichen und mit bis zu 1500 kW laden. Zugleich entwickeln BYD und CATL Natriumionen-Akkus, die günstiger, robuster und sicherer als Lithiumionen-Batterien sein sollen. In China soll noch dieses Jahr das erste Fahrzeug mit CATL-Natriumakku erscheinen.
Deutschland baut eigene Kapazitäten auf: Powerco startete in Salzgitter die Serienfertigung eines VW-Einheitsakkus. Sie deckt zunächst jedoch nur etwa die Hälfte des Konzernbedarfs; der Rest soll unter anderem von CATL kommen. Der chinesische Vorsprung ist laut Südekum nicht uneinholbar. Nötig seien ein großer europäischer Markt für Elektromobilität und gezielte Förderung strategischer Technologien.

Quelle: Auto-Medienportal

Natriumionen-Batterie von CATL.
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