
Chery Tiggo 7, 8 und 9 starten 2027 in Deutschland
Chery plant den Deutschlandstart mit drei Hybrid-SUV: Tiggo 7, Tiggo 8 und Tiggo 9. Die Modelle bieten bis zu sieben Sitze, elektrische Reichweiten bis 144 Kilometer und Preise ab etwa 35.000 Euro.
Kompori Redaktion
Chery plant seinen Deutschlandstart mit drei Hybrid-SUV der Baureihe Tiggo. Der Tiggo 7 kommt als Vollhybrid, Tiggo 8 und Tiggo 9 als Plug-in-Hybride. Der Marktstart ist für das erste Halbjahr 2027 vorgesehen. Die Fahrzeuge sollen mit viel Ausstattung, bis zu sieben Sitzen und Preisen von etwa 35.000 bis 50.000 Euro Käufer in Deutschland erreichen.
Chery setzt auf drei Tiggo-SUV statt auf ein Elektroauto
Zum deutschen Auftakt bringt Chery zunächst kein reines Elektroauto, sondern drei Hybridmodelle. Der Tiggo 7 ist 4,55 Meter lang und tritt als fünfsitziger Vollhybrid an. Der 4,72 Meter lange Tiggo 8 ist ein siebensitziger Plug-in-Hybrid. Das größte Modell ist der 4,81 Meter lange Tiggo 9, ebenfalls mit sieben Sitzen und Plug-in-Hybridantrieb.
Ein Vollhybrid kann seine Batterie während der Fahrt durch Rekuperation und den Verbrennungsmotor laden. Ein Plug-in-Hybrid besitzt dagegen eine größere Batterie, die extern geladen wird und im Alltag kürzere Strecken rein elektrisch ermöglichen kann. Beim Tiggo 8 nennt die Quelle eine elektrische Reichweite von 90 Kilometern, beim Tiggo 9 sind es 144 Kilometer. Diese Werte beziehen sich auf den WLTP-Zyklus.
Chery verbindet die drei Modelle mit einer umfangreichen Serienausstattung. Dazu gehören nach Angaben aus der Vorstellung unter anderem beheizte und belüftete Sitze, ein beheiztes Lenkrad, eine elektrische Heckklappe, ein Soundsystem und eine tiefgetönte Lärmschutzverglasung. Für Käufer bedeutet die Vollausstattung, dass voraussichtlich weniger Einzeloptionen konfiguriert werden müssen. Angaben zu konkreten Ausstattungslinien liegen jedoch nicht vor.
Leistung und Antriebe unterscheiden sich deutlich
Alle drei SUV nutzen einen 1,5-Liter-Vierzylinder mit 143 PS. Die elektrische Unterstützung fällt je nach Modell unterschiedlich aus. Der frontgetriebene Tiggo 7 erreicht eine Systemleistung von 224 PS. Sein Elektromotor leistet 150 kW beziehungsweise 204 PS. Der ebenfalls frontgetriebene Tiggo 8 kommt auf 279 PS Systemleistung und nutzt ebenfalls einen 150-kW-Elektromotor.
Der Tiggo 9 übernimmt die Rolle des leistungsstärksten Modells. Sein Plug-in-Hybridantrieb kombiniert Allradantrieb mit insgesamt 428 PS. An der Vorderachse arbeitet ein Elektromotor mit 75 kW beziehungsweise 102 PS, an der Hinterachse ein Motor mit 175 kW beziehungsweise 238 PS. Der 2,3 Tonnen schwere SUV beschleunigt laut Datenblatt in 5,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h.
| Modell | Antrieb und Leistung | Batterie | Elektrische Reichweite | Preis | |---|---|---:|---:|---:| | Tiggo 7 | Vollhybrid, 224 PS, Frontantrieb | 1,83 kWh | nicht separat angegeben | ca. 35.000 Euro | | Tiggo 8 | Plug-in-Hybrid, 279 PS, Frontantrieb | 18,4 kWh | 90 km | ca. 40.000 Euro | | Tiggo 9 | Plug-in-Hybrid, 428 PS, Allradantrieb | 32,4 kWh | 144 km | ca. 50.000 Euro |
Die Höchstgeschwindigkeit beträgt beim Tiggo 7 175 km/h, beim Tiggo 8 und Tiggo 9 jeweils 180 km/h. Das maximale Drehmoment liegt bei 295 Nm im Tiggo 7, 365 Nm im Tiggo 8 und 580 Nm im Tiggo 9. Die Angaben machen deutlich, dass Chery die Modelle nicht nur nach Größe, sondern auch nach Antriebskonzept und Leistungsniveau staffelt.
Reichweite, Verbrauch und Laden im Überblick
Beim kombinierten WLTP-Verbrauch nennt Chery für den Tiggo 7 5,7 l/100 km. Der Tiggo 8 kommt auf 2,5 l/100 km, der Tiggo 9 auf 1,7 l/100 km. Bei Plug-in-Hybriden hängen solche Verbrauchswerte stark davon ab, wie häufig die Batterie geladen wird und wie groß der elektrische Fahranteil ist. Für die praktische Nutzung ist deshalb neben dem Normwert entscheidend, ob am Stellplatz oder am Unternehmensstandort regelmäßig geladen werden kann.
Die Batterie des Tiggo 7 hat eine Kapazität von 1,83 kWh. Für den Tiggo 8 werden 18,4 kWh und für den Tiggo 9 32,4 kWh angegeben. Die maximale Ladeleistung der beiden Plug-in-Hybride beträgt 6,6 kW. Eine Angabe zur Ladeleistung des Tiggo 7 liegt nicht vor. Auch konkrete Ladezeiten nennt die Quelle nicht.
Die Gesamtreichweite mit Verbrennungsmotor und elektrischem Antrieb beträgt beim Tiggo 7 880 Kilometer. Für Tiggo 8 und Tiggo 9 werden jeweils 1050 Kilometer angegeben. Diese Werte sind nicht mit der rein elektrischen Reichweite gleichzusetzen. Für Pendler oder regionale Dienstfahrten können die elektrischen Reichweiten des Tiggo 8 und Tiggo 9 relevant sein; auf langen Strecken übernimmt zusätzlich der Verbrennungsmotor.
Platzangebot und Nutzwert der drei SUV
Der Tiggo 7 bietet ein Kofferraumvolumen von 484 bis 1305 Litern. Für den Tiggo 9 werden 819 bis 2065 Liter genannt. Beim Tiggo 8 liegt in der Quelle keine Angabe zum Kofferraumvolumen vor. In allen drei Fahrzeugen sollen auch Fondpassagiere ausreichend Kopf- und Beinfreiheit haben.
Mit umgelegten Sitzen lassen sich laut Vorstellung zwischen 1,3 und zwei Kubikmeter transportieren. Damit richtet sich die Baureihe nicht ausschließlich an Familien, sondern kann auch für Nutzer interessant sein, die regelmäßig sperrige Gegenstände befördern. Die maximale Anhängelast beträgt beim Tiggo 7 und Tiggo 8 jeweils 750 Kilogramm. Für den Tiggo 9 werden 750 Kilogramm beziehungsweise 1500 Kilogramm gebremste Anhängelast angegeben.
Für Flottenverantwortliche sind neben Sitzplätzen und Kofferraum vor allem Zuladung, Ladeoptionen und Einsatzprofil entscheidend. Die Zuladung beträgt beim Tiggo 7 433 Kilogramm, beim Tiggo 8 594 Kilogramm und beim Tiggo 9 578 Kilogramm. Die Daten zeigen zugleich, dass die größere Fahrzeugklasse nicht automatisch die höchste Zuladung bietet. Zur Eignung für bestimmte gewerbliche Aufbauten oder eine gewerbliche Förderung macht die Quelle keine Angaben.
Komfortorientiertes Fahrwerk und umfangreiche Ausstattung
Die Fahrzeuge werden als geräumig und komfortabel beschrieben. Die Sitze bieten nach der vorliegenden Einschätzung allerdings nicht überall den gewünschten Seitenhalt. Auch das Fahrwerk ist stark auf Komfort ausgelegt. Selbst im Sport-Modus bleibt die Abstimmung weich. Für lange Strecken kann das angenehm sein; wer ein direktes Fahrverhalten oder häufige kurvenreiche Fahrten erwartet, sollte diesen Charakter bei einer Probefahrt prüfen.
Auch die Lenkung vermittelt laut Vorstellung vergleichsweise spät eine klare Verbindung zwischen Lenkrad und Vorderrädern. Diese Einschätzung ist keine technische Messgröße, sondern eine redaktionelle Bewertung des Fahrverhaltens. Für die Kaufentscheidung bleibt deshalb eine eigene Probefahrt wichtig. Chery beschäftigt für die Entwicklung am Standort Raunheim bei Frankfurt auch Ingenieure, die den Fahrzeugeindruck für den deutschen Markt berücksichtigen sollen.
Händlernetz, Ersatzteile und Garantien
Chery will in Deutschland auf einen klassischen Vertrieb über Händler setzen. Aaron Zheng, zuständig für die weltweite Expansion und die technologische Markenstrategie, sagt: „Autokauf ist eine Frage des Vertrauens.“ Nach Unternehmensangaben soll das Fahrzeug deshalb vor Ort getestet und erlebt werden können.
Für das erste Halbjahr 2027 sind rund 50 Standorte geplant. Bis Ende des darauffolgenden Jahres soll das Netz auf etwa 100 Standorte wachsen. Chery sucht dafür nicht nur bestehende Niederlassungen von Omoda und Jaecoo, sondern auch kleinere Mehrmarkenbetriebe, regionale Autohäuser und sogenannte Local Heroes.
Auch die Ersatzteilversorgung soll vor dem ersten Verkauf vorbereitet werden. Chery plant ein großes Zentrallager und arbeitet mit dem Logistikunternehmen Kühne+Nagel zusammen. Mehr als 90 Prozent aller Teile sollen binnen 24 Stunden beim Händler verfügbar sein. Ob diese Zusage in der Praxis für jede Region und jedes Bauteil gilt, wird durch die vorliegenden Angaben nicht weiter spezifiziert.
Auf das Fahrzeug gibt Chery sieben Jahre Garantie bis maximal 150.000 Kilometer. Für die Batterie werden acht Jahre beziehungsweise 160.000 Kilometer genannt. Für Käufer von Plug-in-Hybriden ist diese Zusage besonders relevant, weil die Traktionsbatterie eine zentrale und kostenintensive Komponente des elektrischen Antriebs ist.
Marktstart und offene Fragen für Käufer
Chery ist kein neu gegründetes Start-up. Der Konzern ist seit drei Jahrzehnten aktiv, beschäftigt weltweit mehr als 100.000 Mitarbeiter und ist in Vertrieb und Service in gut 80 Ländern vertreten. Im vergangenen Jahr exportierte Chery mehr als 1,3 Millionen Fahrzeuge aus China und setzte insgesamt gut 2,8 Millionen Fahrzeuge ab. Zum Konzern gehören neben Tiggo und Arrizo unter anderem iCar, Exeed, Exlantix, Jetour, Luxeed, Lepas, Omoda und Jaecoo.
Für Deutschland nennt Chery zunächst keine konkreten Verkaufsziele. Der Schwerpunkt soll eher auf Privatkunden liegen, weil der Hersteller dort eine stärkere Kundenbindung erwartet. Für Gewerbekunden und Flotten bleiben damit wichtige Fragen offen: Die Quelle nennt keine gewerblichen Leasingraten, keine Betriebskosten, keine konkreten Serviceverträge und keine Angaben zu steuerlichen Rahmenbedingungen.
Auch Preise, Verfügbarkeit und Ausstattungsumfang sind als aktueller Stand zu verstehen. Der Tiggo 7 soll sich bei etwa 35.000 Euro einreihen, der Tiggo 8 bei etwa 40.000 Euro und der Tiggo 9 bei etwa 50.000 Euro. Die endgültigen Preise, Liefertermine und Konfigurationen sind in der Quelle nicht abschließend festgelegt.
Zur Absicherung der Batterie verweist Chery auf Belastungstests. Bei einer Vorführung wurde die Batterie des Tiggo 9 24 Stunden in Salzwasser getaucht. Anschließend wurde sie getrocknet, wieder eingebaut und nahm laut Darstellung den Betrieb wieder auf. Der Test soll Vertrauen in die Sicherheit schaffen, ersetzt aber keine vollständige Bewertung aller Sicherheits- und Zulassungsanforderungen. Entscheidend wird für deutsche Kunden daher auch sein, wie Händlernetz, Servicequalität und Ersatzteilversorgung nach dem Marktstart funktionieren.

Quelle: Auto-Medienportal, „Chery: Mit Hybrid-Trio auf Kurs Richtung Deutschland“, Artikel 71048. Auto-Medienportal

Chery Tiggo 7, Tiggo 8 und Tiggo 9 als Hybrid-SUV für den Deutschlandstart
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