
BYD und Eon starten smarten Ladetarif für Elektroautos
BYD und Eon bündeln Auto- und Energietechnik: Ein neuer Ladetarif für die heimische Wallbox soll BYD-Kunden monatlich bis zu 20 Euro Stromkosten sparen.
Kompori Redaktion
BYD und Eon wollen in Deutschland im November einen gemeinsamen Ladetarif für Elektroautos starten. Das Angebot ist beim Kauf oder Leasing eines BYD-Elektrofahrzeugs automatisch enthalten und richtet sich an Kunden, die ihr Fahrzeug zu Hause laden. Bei intelligenter Nutzung sollen die monatlichen Stromkosten um bis zu 20 Euro sinken.
BYD-Eon-Ladetarif wird mit dem Fahrzeug verbunden
Vorgestellt wurde die Partnerschaft auf Eons Networking-Konferenz NeX26 in der Hamburger Elbphilharmonie. Im Mittelpunkt stand ein BYD Dolphin Surf. Eon-COO Marc Spieker, Eon-Deutschland-Chef Filip Thon und Patrick Schulz, Deputy Country Manager und Commercial Director von BYD Deutschland, präsentierten die Kooperation.
Der Tarif soll den Zugang zum intelligenten Laden vereinfachen. Wie die Abrechnung und die technischen Abläufe genau funktionieren, haben BYD und Eon zunächst nicht erläutert. Die Unternehmen kündigten jedoch eine Lösung an, bei der Kunden möglichst wenig selbst einrichten müssen. „Einfach das Ladekabel in der heimischen Wallbox einstecken, den Rest erledigen wir“, lautete die Botschaft der Präsentation.
Patrick Schulz ordnete die Rolle seines Unternehmens breiter ein: „Wir sind kein klassischer Autohersteller, wir sind ein Technologie-Konzern.“ Die Zusammenarbeit soll demnach nicht allein den Fahrzeugverkauf unterstützen, sondern die Nutzung der dahinterliegenden Elektromobilitäts-Technik vereinfachen.
Bidirektionales Laden ist Voraussetzung
Für den Tarif müssen sowohl das BYD-Elektroauto als auch die heimische Wallbox intelligentes, bidirektionales Laden unterstützen. Bei dieser Technik fließt Strom nicht nur aus dem Stromnetz in die Batterie. Er kann bei geeigneter Auslegung auch aus dem Akku zurück ins Heimnetz fließen.
Das kann grundsätzlich ermöglichen, den Fahrzeugakku stärker in das Energiemanagement eines Haushalts einzubinden. Für den konkreten Eon-Tarif nennt die Quelle allerdings keine Details dazu, wann Strom geladen oder zurückgespeist wird und wie die mögliche Ersparnis berechnet wird. Auch Angaben zu Arbeitspreis, Vertragsbedingungen oder einer Vergütung für zurückgegebenen Strom liegen nicht vor.
Eon bietet eigene Systeme für bidirektionales Laden an. Der neue Tarif soll nach Angaben einer Eon-Sprecherin jedoch auch mit Ladelösungen anderer Anbieter funktionieren. Damit ist nicht zwingend eine Eon-Wallbox erforderlich. Entscheidend bleibt, dass die verwendete Fahrzeug-Wallbox-Kombination die vorausgesetzten intelligenten Ladefunktionen beherrscht.
| Merkmal | Angabe | |---|---| | Anbieter | Eon und BYD | | Zielgruppe | Käufer und Leasingkunden von BYD-Elektrofahrzeugen | | Ladeort | Heimische Wallbox | | Voraussetzung | Bidirektionales Laden von Fahrzeug und Wallbox | | Mögliche Ersparnis | Bis zu 20 Euro monatlich | | Start in Deutschland | November |
App geplant, Europa-Ausweitung möglich
Eine Smartphone-App befindet sich offenbar ebenfalls in Entwicklung. Welche Funktionen sie enthalten wird, ist noch offen. Denkbar wäre eine Steuerung oder Überwachung des Ladevorgangs; die Quelle bestätigt dies jedoch nicht. Fest steht nur, dass die App zum gemeinsamen Angebot gehören soll.
Zunächst ist der Start in Deutschland vorgesehen. Wenn sich das Modell dort bewährt, wollen BYD und Eon den Tarif auf weitere europäische Länder ausweiten. Ein konkreter Zeitplan für diese Expansion wurde nicht genannt.
Bedeutung für private und gewerbliche Nutzer
Für private BYD-Käufer verbindet das Angebot drei Bereiche: Fahrzeug, Heimladen und Stromtarif. Der finanzielle Vorteil ist bislang als mögliche Ersparnis von bis zu 20 Euro pro Monat angegeben, nicht als garantierter Betrag. Interessenten sollten deshalb vor Vertragsabschluss auf die noch nicht veröffentlichten Tarifdetails achten.
Für Gewerbekunden und kleinere Flotten kann relevant sein, ob Fahrzeuge regelmäßig am Unternehmensstandort oder zu Hause geladen werden. Die Quelle nennt dazu keine speziellen Firmenkonditionen. Der Ansatz zielt ausdrücklich auf Nutzer, die vornehmlich zu Hause laden, und ergänzt damit öffentliche Ladeangebote, auf die Eon mit diesem Modell nicht den Schwerpunkt legt.
BYD verfolgt zugleich seine Expansion in Europa. Bis Ende August wurden laut Kraftfahrt-Bundesamt 36.748 BYD-Modelle in Deutschland neu zugelassen. Damit lag die Marke vor Nissan, Mazda, Citroën und Tesla. Eon gewinnt mit BYD einen Partner aus dem Elektrofahrzeugmarkt und richtet sein Angebot stärker auf das Laden im privaten Umfeld aus.

Quelle: Auto-Medienportal, Artikel 70996, „Zum Fahrzeug gibt's den smarten Stromtarif gleich dazu“. Auto-Medienportal

BYD Dolphin Surf bei der Vorstellung des Eon-Ladetarifs in der Hamburger Elbphilharmonie
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