
Ari Bruni im Praxistest: Elektroauto mit vier Sitzen
Der Ari Bruni ist ein 3,06 Meter kurzer Elektro-Zweisitzer oder Viersitzer der Fahrzeugklasse L7e. Der Praxistest zeigt Stärken und Grenzen bei Platz, Reichweite, Laden und Alltag.
Kompori Redaktion
Der **Ari Bruni** ist kein Mopedauto mit 45 km/h, sondern ein vollelektrisches Schweres Vierradmobil der Klasse L7e. Der 3,06 Meter kurze Zweitürer bietet vier Sitzplätze, fährt bis zu 90 km/h und kostet als Viersitzer 16.648 Euro. Im Praxistest zeigt sich, für wen der ungewöhnliche Stadtstromer geeignet ist und wo seine Grenzen liegen.
Ari Bruni gehört zur Fahrzeugklasse L7e
Auf den ersten Blick könnte der Ari Bruni wie ein Leichtfahrzeug der Klasse L3e wirken. Dafür sprechen seine sehr kompakte Karosserie und die ungewöhnliche Form. Rechtlich handelt es sich jedoch um ein anderes Fahrzeug. Der Bruni besitzt ein reguläres Pkw-Kennzeichen und wird von den Zulassungsbehörden als „Schweres Vierradmobil zur Personenbeförderung“ eingestuft. Diese Bezeichnung beschreibt die Fahrzeugklasse L7e.
Für L7e-Fahrzeuge ist unter anderem eine maximale Motorleistung von 20 PS beziehungsweise 15 kW vorgesehen. Der Ari Bruni erreicht damit eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h. Im Gegensatz zu einem klassischen 45-km/h-Leichtfahrzeug kann er deshalb auch auf Straßen eingesetzt werden, auf denen eine höhere Geschwindigkeit erforderlich ist. Einen vollwertigen Kleinwagen ersetzt das Konzept dennoch nicht automatisch.
Ari Motors aus Borna bei Leipzig importiert den Bruni als angepasste Variante des chinesischen Wuling Mini EV und vermarktet ihn unter eigenem Namen. Nach Angaben von Ari Motors zählt der Wuling Mini EV in China zu den beliebtesten Elektroautos. Die Anpassung an deutsche und europäische Anforderungen ist Teil des Geschäftsmodells von Ari Motors.
Kompakte Maße, vier Plätze und wenig Gepäckraum
Mit 3.058 Millimetern Länge, 1.490 Millimetern Breite und 1.625 Millimetern Höhe beansprucht der Ari Bruni wenig Platz. Das Verhältnis von Länge zu Höhe liegt unter 2:1. Die kurze Haube, die steil stehende Windschutzscheibe und die zweifarbige Lackierung geben dem Fahrzeug ein eigenständiges, beinahe comicartiges Erscheinungsbild.
Im Innenraum wirkt der Viersitzer laut Praxistest nicht karg. Die Mittelkonsole ragt nur wenig in den Fußraum und enthält den Drehschalter für die Fahrtrichtung. Dadurch lässt sich relativ leicht zwischen Fahrer- und Beifahrersitz wechseln. Zur Ausstattung gehören unter anderem zwei USB-Anschlüsse, Taschenhaken, eine Netztasche, Ablagen im Armaturenbrett und vergleichsweise große Türfächer.
Serienmäßig an Bord sind außerdem ein MP4-Player mit Touchscreen und Bluetooth, eine Rückfahrkamera, Lenkradtasten und ein Reifendruckkontrollsystem. Das Fahrerinformationsdisplay zeigt zusätzlich eine digitale Darstellung des Fahrzeughecks. Dort werden beispielsweise geöffnete Türen oder aktivierte Blinker dargestellt. ABS und Frontairbags gehören ebenfalls zur Ausstattung.
Bei vier besetzten Sitzplätzen bleibt im Heck nur ein sehr kleiner Stauraum. Der Hersteller nennt kein Kofferraumvolumen, gibt aber Maße von 15 Zentimetern Länge, 70 Zentimetern Tiefe und 1,17 Metern Breite an. Ladekabel, Warndreieck und Verbandstasche schränken die nutzbare Kapazität weiter ein. Die beiden Rücksitze lassen sich jedoch einzeln umklappen. Im Test konnten dadurch vier große Säcke Blumenerde transportiert werden. Die Ladekante liegt mit 76 Zentimetern relativ hoch.
Der Einstieg in den Fond wird durch eine Easy-Entry-Funktion erleichtert. Sie befindet sich nur auf der Beifahrerseite und damit auf der verkehrsabgewandten Seite. Die hinteren Sitze sind straff gepolstert und besitzen keine Kopfstützen, sondern lediglich eine kleine Nackenerhöhung. Die Beinfreiheit ist akzeptabel; unter den Vordersitzen gibt es für die Füße allerdings wenig Platz.
17,3-kWh-Batterie ermöglicht 215 Kilometer Reichweite
Der Ari Bruni verfügt über eine 17,3 kWh große Batterie. Die angegebene WLTP-Reichweite beträgt 215 Kilometer, der WLTP-Durchschnittsverbrauch 9,9 kWh. Im Praxistest zeigte der Bordcomputer nach rund 80 gefahrenen Kilometern bei halb leerer Batterie noch 105 Kilometer Restreichweite an. Der reale Aktionsradius hängt wie bei Elektrofahrzeugen allgemein von Fahrweise, Temperatur, Beladung und Streckenprofil ab.
An einer Haushaltssteckdose gewann die Batterie innerhalb einer Stunde etwa 20 Prozent Energie zurück. Im Test entsprach das einer vom Bordcomputer angezeigten Reichweitenzunahme von 35 Kilometern. Wer schneller oder regelmäßiger laden möchte, kann neben einer Wallbox auch einen CCS-Schnellladeadapter bestellen. Eine konkrete Ladeleistung oder Ladezeit nennt die Quelle nicht.
| Merkmal | Ari Bruni 4-Sitzer | |---|---:| | Fahrzeugklasse | L7e | | Antrieb | Elektromotor, Hinterradantrieb | | Leistung | 15 kW / 20 PS | | Höchstgeschwindigkeit | 90 km/h | | Batterie | 17,3 kWh | | WLTP-Reichweite | 215 km | | WLTP-Verbrauch | 9,9 kWh | | Leergewicht / Zuladung | 700 kg / 270 kg | | Basispreis | 16.648 Euro |
Fahrverhalten ist auf den Stadtalltag zugeschnitten
Der kurze Radstand, der hohe Aufbau und die kleinen 12-Zoll-Räder führen in Kurven zu spürbaren Wankbewegungen. Optional sind 13-Zoll-Räder erhältlich. Auch der Federungskomfort ist eingeschränkt. Wegen der begrenzten Motorleistung bleibt das Fahrverhalten dennoch unkritisch. Für kurze Alltagsstrecken, enge Parkplätze und Einsätze mit geringem Platzbedarf ist das Konzept nachvollziehbar.
Der Fahrer kann zwischen vier Fahrmodi von Eco+ bis Sport wählen. Im Eco+-Modus wird die Höchstgeschwindigkeit auf 80 km/h begrenzt. Im Alltag reicht laut Test meist der normale Eco-Modus. Die Bedientaste für die Fahrstufen liegt allerdings ungünstig hinter dem Scheibenwischerhebel. Dadurch wurde im Test wiederholt versehentlich der Warnblinker betätigt.
Beim Öffnen einer Tür mit abgesenktem Fenster während des Einparkens warnt der Bruni mit einem sehr lauten Hupsignal. Aufmerksamkeit verlangt auch die Handbremse: Der Fahrschalter besitzt keine Parkposition „P“. Nach dem Abziehen des Zündschlüssels springt er automatisch in die Neutralstellung. Wer aussteigt, muss die Handbremse daher selbst anziehen.
Preis und mögliche Pkw-Zulassung
Der Ari Bruni kostet als Viersitzer 16.648 Euro. Der getestete Wagen hatte einen Preis von 19.028 Euro. Zum Vergleich nennt die Quelle für den Zweisitzer einen regulären Preis von 15.458 Euro. Aktuell wurde der Preis für den Bruni Zweisitzer auf knapp 12.000 Euro gesenkt.
Wer den Bruni als regulären Pkw der Klasse M1 zulassen möchte, kann dies bei Ari gegen etwas mehr als 580 Euro Aufpreis veranlassen. Unter den entsprechenden Einkommensgrenzen ist damit laut Quelle auch der Zugang zu einer Förderprämie möglich. Welche Förderung im Einzelfall greift, hängt von den jeweiligen Voraussetzungen ab.
Für Flotten und Gewerbekunden ist vor allem die Kombination aus vier Sitzen, geringer Außenlänge und 270 Kilogramm Zuladung relevant. Der knappe Kofferraum begrenzt jedoch Transporte ohne umgelegte Rücksitze. Der Ari Bruni eignet sich damit vor allem für kurze Wege, kleine Dienstfahrten, innerstädtische Zustellungen oder als Zweit- und Drittwagen. Wer häufig viel laden, lange Strecken fahren oder hohe Fahrleistungen auf Schnellstraßen bewältigen muss, findet in den vorliegenden Daten keine ausreichende Grundlage für eine solche Nutzung.

Quelle: Auto-Medienportal, „Praxistest Ari Bruni: Vier Sitze in der Nische“, https://www.auto-medienportal.net/artikel/detail/70238 Auto-Medienportal

Ari Bruni als kompakter elektrischer Viersitzer im Stadtverkehr
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